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Beitrag 22 - 20.08.2018

 

 

Lake Nakuru Nationalpark

Abschlußbeitrag - die letzten Wochen in Kenia

Hallo zusammen,

 

nun bin ich seit zwei Wochen zurück in Deutschland und komme endlich dazu, mich bei euch zu melden!

 

Meine letzten zwei Wochen in Kenia verliefen wie folgt:

 

Meine letzte Reise in Kenia führte mich zum Lake Nakuru Nationalpark. Dort ist die Chance recht hoch, Nashörner zu Gesicht zu bekommen und diese letzte Gelegenheit wollten wir nutzen und unsere Liste der in Kenia lebenden „Big five“ (Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden) vervollständigen. Nashörner sind aufgrund von Wilderern leider nur noch vereinzelt in Nationalparks zu finden und stehen aufgrund dessen unter enormen Artenschutz (sie sind teilweise sogar mit Peilsendern versehen). Bilder der Nashörner findet ihr in der Galerie.

 

In der Schule war ich neben dem Korrigieren und Verwalten von Examen primär damit beschäftigt, drei Musikstücke vorzubereiten, die ich am Freitag, meinem vorletzten Schultag, in der morgendlichen Versammlung mit einer Schülergruppe zusammen aufführte. Wir spielten die beiden englischen Lieder „God will make a way“ und „Above all“, sowie das irische Segenslied „Möge die Straße“. Da ich das Segenslied auf Deutsch aufführen wollte und es für die Schüler in der kurzen Zeit nicht machbar gewesen wäre, den deutschen Text zu lernen, gingen wir so vor, dass ich auf der Geige (mit einer Musikbegleitung über meine Musikbox) die Strophen spielte und die Schüler beim Refrain einsetzten und den Text sangen: „Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“.  Auch, wenn das ganze aufgrund von zeitlicher Einschränkung recht spontan war und wir gerade zwei Mal proben konnten, war diese musikalische Aufführung ein sehr schöner Abschluss und ich glaube, auch die Schüler haben sehr genossen, noch einmal zu musizieren.

 

Am Wochenende darauf habe ich meiner Schneiderin einen erneuten Besuch abgestattet, um zwei angefertigte Beutel, sowie ein Oberteil abzuholen. Des Weiteren verbrachte ich ganze sechs Stunden beim Friseur, da ich mir ein letztes Mal Braids machen ließ, mit denen ich letztendlich auch nach Deutschland zurück flog.

Am Abend war es dann schon so weit und ich musste meiner Gastmum „auf Wiedersehen“ sagen, da diese geschäftlich weg musste. Wir aßen noch gemeinsam das für die Luo Region typische Gericht: Fisch, Ugali und sukuma wiki, gaben uns Abschiedsgeschenke und verabschiedeten uns.

 

An meinem letzten Schultag am Montag musste ich mich dann auch von allen Lehrern und Schülern verabschieden, was nicht ganz leicht war, obwohl ich in diesem Moment gar nicht richtig realisieren konnte, dass ich mich für immer bzw. für eine sehr lange Zeit von allen Leuten verabschiede.

 

Da ich aufgrund unseres Abschlussseminars nach Nairobi musste, nutzte ich die Gelegenheit, um nochmals den Massai Markt, sowie den riesigen Secondhand Markt in Nairobi zu besuchen, bevor wir dann zu unserem eintägigen Abschlussseminar aufbrachen. Dort berichtete jeder Freiwillige von den Höhen und Tiefen, die er/ sie während des Jahres erlebt hatte und dem allgemeinen Fazit des Freiwilligendienstes, wir gaben ein Feedback an unsere Organisation AFS und besprachen noch offene finanzielle Dinge. Anschließend ging es abends mit einem von AFS organisierten Bus zum Flughafen Nairobi, von wo aus wir gegen 23 Uhr abends einen Lufthansa Direktflug nahmen, der uns binnen sieben Stunden zurück in unsere Heimat brachte :)

 

 

Ankunft und Einleben zurück in Deutschland

 

Auch, wenn ich immer noch, so würde ich sagen, nicht vollkommen in Deutschland angekommen bin, kommt mir die Zeit, in der ich wieder zu Hause bin schon um einiges länger vor als zwei Wochen. Das liegt wahrscheinlich primär daran, dass die Zeit in Kenia schon so weit weg scheint und da mein Leben in Kenia so vollkommen anders ablief, als mein Leben in Deutschland, ist es für mich selber sehr schwer vorstellbar, dass ich vor gut zwei Wochen noch wie selbstverständlich meinen kenianischen Alltag lebte.

 

Durch den gerade mal sieben Stunden andauernden Flug (sieben Stunden war ich im Matatu immer unterwegs, um von Kisumu nach Nairobi zu gelangen) ging alles so unwirklich schnell und ich war plötzlich wieder auf deutschem Boden. Die ersten paar Tage waren wirklich nicht ganz leicht für mich, denn ich war gedanklich und seelisch noch zu 80 Prozent in Kenia und alles erschien so unwirklich und irreal. Alles in Deutschland kam mir plötzlich so spießig und aufgrund der Ordnung und Struktur irgendwie langweilig vor und es war so überwältigend, alles, was ich nun zehn Monate vermisst hatte, auf einen Schlag wieder präsent zu haben. Ich habe meine Familie und Freunde wieder um mich, deutsches Essen und geregelte Essenszeiten, fließendes Wasser, mein gemütliches Zimmer, lange Sommerabende, die Freiheit, spät abends noch spazieren oder Rad fahren zu gehen , klassische Konzerte, Freunde, mit denen ich gemeinsam musizieren kann und vieles mehr. Ich hatte anfangs auch ziemlich mit Gewissensbissen zu kämpfen, einfach aufgrund der finanziellen Armut, der ich in Kenia begegnet bin und mit der ich täglich konfrontiert war und die nun durch geordnete, deutsche Schrebergärten mit zwei großen Autos vor fast jeder Haustür ausgetauscht wurde. Da man sich bekanntlich aber recht schnell an so einiges gewöhnen kann, fällt es mir inzwischen schon bedeutend leichter, mit dieser Situation umzugehen und ich komme mit jedem Tage mehr und mehr zu Hause an.

 

Diverse Eindrücke aus Kenia

 

Es ist schwer, die zahlreichen Eindrücke, die ich in Kenia machen durfte, zusammen- und in Worte zu fassen, ich werde nun aber versuchen, ein paar Aspekte meines Erlebten heraus zu greifen und meine Wahrnehmung diesbezüglich zu beschreiben.

 

Anfangs war in Kenia, wie zu erwarten, sehr vieles auf ganz verschiedenen Ebenen neu und ungewohnt. Was das Leben in meiner Gastfamilie anging, war beispielsweise mehr Engagement bzw. Einsatz im Haushalt erforderlich, als ich das von zu Hause gewohnt war. Viele Dinge/Arbeitsabläufe, die in Deutschland schnell unkompliziert ablaufen, wie beispielsweise Geschirr spülen, Duschen, Waschen, Trinkwasser organisieren etc. nehmen in Kenia viel Zeit in Anspruch und man muss bewusst für vieles mehr Zeit einplanen. Dies spiegelt sich natürlich auch in der kenianischen Lebensweise wider und so herrscht selten Eile und es ist vollkommen toleriert und in Ordnung, wenn man mit zwei Stunden Verspätung zu einem Treffen kommt, oder dieses kurzer Hand absagt, bzw. wenn man beschließt, einfach am nächsten Tag zu kommen. Das war für mich als Deutsche, die ich Pünktlichkeit sehr schätze, als wichtig erachte und von klein auf darauf getrimmt war, viel Arbeit in möglichst geringem Zeitaufwand zu bewältigen, natürlich nicht immer ganz leicht. Nach einiger Zeit gelang es mir jedoch, mich in gewisser Weise dieser Lebensmentalität anzupassen und vieles einfach bewusster und in weniger Eile zu erledigen.

 

Gastfreundschaft ist ebenfalls ein elementarer Teil der kenianischen Kultur. Die Spontanität ermöglicht es einem in Kenia, jederzeit spontan vorbei zu schauen, ohne jegliche Voranmeldung. Es ist sehr schwer, einen Kenianer zu finden, der sich schon Wochen vorher mit Datum und akkurater Uhrzeit anmeldet und dann tatsächlich auch am ausgemachten Termin pünktlich auf der Matte steht. :) In Kenia wird man wirklich jeder Zeit willkommen geheißen und darf nicht wieder gehen, ehe man nicht mindestens einen Chai getrunken und sich gestärkt hat.

 

Ein weiterer Aspekt der kenianischen Kultur, der sich doch ziemlich zur deutschen Kultur unterscheidet, ist das Mann/Frau Bild in der Gesellschaft und die daraus resultierende, starke Rollenverteilung von Mann und Frau, die besonders in ländlichen Gebieten noch sehr stark eingehalten und gelebt wird und besonders der kenianischen Frau recht wenig Freiheit für Neues und Innovatives bietet. Das Bild des arbeitenden und Geld verdienenden Mannes, mit einer Ehefrau, die sich um den Haushalt kümmert und die Kinder versorgt habe ich persönlich in den meisten Familien vorgefunden, jedoch gab es, zu meiner großen Verwunderung, weder von den Männern, noch von den Frauen große Einwände bzw. Negatives an dieser Rollenverteilung auszusetzen. „Das ist eben so“, hörte ich oft als Erwiderung. Allgemein bekam ich schnell das Gefühl, viele Kenianer seien sehr verwurzelt, in kulturell jahrelang geprägte und gelebte Strukturen, verbunden mit teilweise recht konservativen Denkmustern und wenig Offenheit für Neues, was für ein Entwicklungsland natürlich nicht sonderlich von Vorteil ist. Das habe ich persönlich oftmals so erlebt, was aber natürlich nicht heißen soll, dass dies die Mehrheit der Kenianer widerspiegelt.

 

Ein weiterer, elementarer Teil kenianischer Kultur ist die Polygamie, die in Kenia recht ausgeprägt gelebt wird. Für mich persönlich ist die Denkweise, die dahinter steckt, ehrlich gesagt nur schwer nachzuvollziehen, jedoch war es daher umso interessanter, primär Frauen anzuhören, die viel von diesem Prinzip halten und sich Lebensstile wie die Monogamie hingegen nur schwer vorstellen können. Ich persönlich war immer wieder überrascht und erstaunt, wie selbstverständlich mich manche verheirateten Männer fragten, ob ich denn nicht auch mit ihnen eine Beziehung eingehen wolle, da das ja vollkommen legitim sei.

 

Ebenfalls unbekannt war für mich Gewalt in Form von Schlagen als tolerierte Erziehungsmaßnahme an Schulen, sowie in Familien. Obwohl es inzwischen gesetzlich verboten ist, ist Schlagen als Bestrafungsmethode in Kenia noch sehr verbreitet und es war immer wieder spannend zu hören, wie vehement das von fast allen Kenianern gerechtfertigt und gut geheißen wurde. Sogar mein zwölfjähriger Gastbruder meinte einmal, er fände es gut, bei falschem Verhalten in Form von Schlägen bestraft zu werden. Ob das nun wirklich seiner Meinung entspricht, sei mal dahin gestellt.  

 

Der kenianische Straßenverkehr ist etwas, woran ich mich wohl nie gewöhnen werde und der mich jedes Mal aufs Neue einige Nerven kosten wird. Mit, bis zum Anschlag vollgestopften Matatus als hauptsächlich genutztes, öffentliches Verkehrsmittel kann ich leben. Jedoch ist die Art, wie sich die meisten Kenianer im Straßenverkehr verhalten und nach dem Motto „der Stärkere gewinnt“ fahren, mir völlig fremd und die regelmäßigen, waghalsigen Überholmanöver kosten wirklich Nerven. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, wenn man sich in Kenia in ein Matatu setzt und sich auf die Reise begibt. Es ist dadurch allerdings auch lang nicht so langweilig und um einiges abwechslungsreicher, ein kenianisches Matatu oder Boda Boda (Motorrad) zu nehmen, wie einen deutschen Bus oder Zug zu besteigen. :)

 

Für mich persönlich war eine komplett neue Erfahrung, für ein Jahr lang der offensichtliche Ausländer zu sein. Ganz egal, wie gut man als Weißer in Afrika/Kenia integriert ist, man wird doch, primär aufgrund der Hautfarbe, stets als Ausländer behandelt und, das weiß ich von einer in Kenia lebenden Deutschen, auch noch nach acht Jahren immer wieder in Kenia willkommen geheißen. Das finde ich persönlich ziemlich schade und auch wahnsinnig anstrengend. Es ist natürlich irgendwo schön, von jedem begrüßt und angesprochen zu werden, jedoch gibt es auch einfach Momente, in denen man sich wünscht, man würde nicht permanent auffallen und beäugt werden, man hätte nicht aufgrund seiner Hautfarbe des Status „reich“ und man würde einfach, in vielerlei Hinsicht, gleich behandelt werden, wie ein Einheimischer. Es war für mich auch immer recht schwer einzuschätzen, ob sich ein Kenianer wirklich für mich und meinen Charakter interessiert oder ob es dabei einfach um den Reiz und den Status geht, mit einer Weißen befreundet zu sein. Unter anderem war dies vor allem Gleichaltrigen gegenüber eine Barriere und es kam meinerseits zu keiner nennenswerten, tiefgründigen Freundschaft mit Gleichaltrigen.

 

Ich habe während meiner Zeit in Kenia so unglaublich viele, komplett unterschiedliche Menschen kennen gelernt, was mir wieder einmal gezeigt hat, dass Menschen von anderen Faktoren als Hautfarbe, Religion, Herkunft etc. ausgemacht werden und dass es das bescheuertste, naivste und einfältigste überhaupt ist, eine gesamte Menschengruppe aufgrund eines gleichen, äußerlichen Merkmals oder gleicher Herkunft als eine Gruppe zusammenzufassen, zu pauschalisieren, verurteilen und dieser ein Merkmal bzw. eine Eigenart aufzuerlegen, die diese angeblich prägt und ausmacht. Dass es nicht „die Deutschen“ und „die Kenianer“ gibt, sollte jedem Menschen eigentlich klar sein, dass es aber immer wieder zu Ausgrenzung und Pauschalisierung einer Menschengruppe gibt, seien es Homosexuelle, anders Denkende oder sog. „Ausländer“, ist extrem traurig und zeigt, dass wir nicht bestrebt sind, aus unserer Geschichte zu lernen und nicht abgeneigt sind, die Selben Fehler immer und immer wieder zu machen.

Ich war ein Jahr lang Ausländer in Kenia, habe mich oft genug als solcher gefühlt und wurde als solcher behandelt. Ich habe erlebt wie es ist, ständig aufgrund seiner Hautfarbe anders behandelt und teilweise diskriminiert, sowie auch privilegiert zu werden. Da ich allgemein in Deutschland, was Äußerlichkeit und gewisse Verhaltensweisen angehen, der Norm entspreche, war ich es nicht gewohnt, als Außenseiter angesehen zu werden. Ich war natürlich in Kenia kein anderer Mensch als in Deutschland. Wenn man aber nicht zum allgemeinen Kollektiv gehört, wird man eben sehr schnell anders behandelt und der Weg zur Diskriminierung ist dann auch nicht mehr weit.

 

Wie hat mich das Jahr geprägt bzw. beeinflusst?

 

Inwiefern mich die Zeit in Kenia letztendlich beeinflusst und geprägt hat, ist schwer zu sagen.

 

In gewisser Weise würde ich sagen, dass ich, geprägt durch die kenianische Lebensmentalität,  teilweise toleranter und weniger pingelig geworden bin und, wie mein Vater einmal meinte, auch „Fünfe gerade sein lassen“ kann. Ich habe gelernt, dass es sich durchaus leichter lebt, wenn man vieles mit Humor nimmt und mit nicht allzu ernster Miene durchs Leben geht.

 

Durch die zahlreichen Reisen, die ich in Kenia unternahm und die ich zum Großteil nicht wirklich planen konnte, bin ich um einiges entspannter geworden und kann mich nun auch auf eine Reise begeben, die ich davor nicht bis ins kleinste Detail durchgeplant habe und bei der ich eher von Spontanität geleitet werde.

 

Ich habe einige Hemmungen abgebaut, was den Umgang mit fremden Leuten angeht, bin allerdings auch um einiges Misstrauischer geworden, da einem in Kenia leicht mal etwas erzählt und  versprochen wird, woran sich dann nicht gehalten wird oder das etwas plötzlich doch um einiges teurer ist, als ursprünglich vereinbart.

 

Mein Blickwinkel gegenüber unserer Konsum- bzw. Überflussgesellschaft hat sich ebenfalls deutlich geändert, und mir ist die ökonomische und ökologische Verantwortung jedes Individuums noch einmal mehr deutlich geworden.

 

Ich kann nur jeden auffordern/erinnern, die ganzen, für uns in Deutschland so normal und selbstverständlich gewordenen Privilegien, neu schätzen und genießen zu lernen. Seien sie zu finden in der Fülle und Varietät unserer deutschen Supermärkte, sowie dem prall gefüllten Kühlschrank, einem gemütlichen, sicheren, warmen Heim mit Heizungen und Wasser aus der Leitung, das so sauber ist, dass man es sogar trinken kann, Besitztümer, die über eine Wellblechhütte und eine kratzigen Unterlage zum Schlafen hinaus gehen, gute Straßensysteme und einen nicht korrupten Staat, ein funktionierendes Schulsystem, leicht zugängliche und kostenlose Bildungsangebote sowie zahlreiche Kulturangebote. Auch ich laufe Gefahr, das alles und noch so vieles mehr schon nach zwei Wochen wieder in Deutschland als selbstverständlich und normal anzusehen und muss mich selbst immer wieder daran erinner, dass das einfach nicht der Fall ist und diesbezüglich große Dankbarkeit mehr als angemessen ist.

 

Was ich am meisten vermisst habe…

 

Wenn man mich fragt, was ich während meiner Zeit in Kenia am meisten vermisst habe, kommt mir zu allererst die Varietät des deutsche Essens in den Sinn. Es gibt darüber hinaus aber natürlich noch mehr Dinge, die mir gefehlt haben, wie natürlich den engen Kontakt zu Freunden und Familie, eine gewisse Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit bei Verabredungen und eben auch das Gefühl, dazu zu gehören. In meiner Gastfamilie war das eher schwierig, in der Schule war ich auch weder Lehrer noch Schüler und somit nicht wirklich einer Gruppe zugehörig und auf der Straße war auch permanent offensichtlich, dass ich kein Kenianer bin, sondern der Ausländer, der nicht so wirklich ins Bild passt. Ich habe, wo ich war, eine Sonderbehandlung bekommen, im positiven sowie auch im negativen Sinne. Das strengt an und ab und zu wünscht man sich einfach wieder gewohnte und wohl bekannte Strukturen.

 

Würde ich Kenia als Land und einen Freiwilligendienst im Allgemeinen weiter empfehlen?

 

Ich würde in ein/zwei Jahre(n) sehr gerne noch einmal nach Kenia bzw. Ostafrika reisen und meine Gastfamilie, sowie die Leute aus meinem Projekt wieder sehen. Allgemein ist ein Aufenthalt in Kenia auf jeden Fall landschaftlich, sowie kulturell sehr lohnenswert! Man sollte vielleicht nur darauf achten, sich nicht die ganze Zeit in seinem Luxushotel aufzuhalten bzw. zu verbarrikadieren, da man sich so sehr verschließt, vor dem kenianischen Lebensstil und seiner Mentalität.

 

Ein Freiwilligendienst, sei er nun in Kenia oder einem anderen Entwicklungsland, würde ich sehr überzeugt auf jeden Fall weiter empfehlen oder besser gesagt, jedem ans Herz legen. Ich durfte in diesem Jahr Erfahrungen sammeln, wie ich sie in fünf Jahren nicht in Deutschland gesammelt habe. So ein einjähriger Aufenthalt in einer anderen Kultur ist in so vieler Hinsicht bereichernd und inspirierend und auch stärkend für die eigene Persönlichkeit und den Charakter. Man bekommt die Möglichkeit, unglaublich viel zu lernen und vieles in einem globalen Kontext zu sehen. Auch über Entwicklungshilfe habe ich sehr viel gelernt und ich könnte mir gut vorstellen, evtl. einen Studiengang in diese Richtung zu belegen und mich auf jeden Fall weiter mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

Da dies nun das Ende meines letzten Blogbeitrages auf dieser Website ist, möchte ich mich zu guter Letzt noch für eure Unterstützung, während meines Freiwilligendienstes bedanken. Vielen Dank, dass ihr während meiner Zeit in Kenia gedanklich bei mir wart und durch das Verfolgen meiner Berichte und Bilder an meinem Freiwilligendienst teilgenommen habt. Allen, die mir immer wieder liebe Nachrichten, Anrufe, Briefe und Pakete haben zukommen lassen, möchte ich herzlich danken und mich nicht zuletzt auch nochmal speziell an alle Förderkreisteilnehmer wenden und euch für die finanzielle Unterstützung danken, die mir dieses fantastische und einmalige Jahr überhaupt erst ermöglicht hat!

 

Ich wart mir eine große Stütze und ich bedanke und verabschiede mich an dieser Stelle.

 

Alles Gute und mit lieben Grüßen,

 

 

Eure Rose