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Beitrag 20 - 15.06.2018

 

 

Der fantastische Kilimanjaro

Schule, Reisen und Besuch aus Deutschland

Hallo zusammen,

 

gut fünf Wochen sind vergangen, seit meinem letzten Blogbeitrag und in der Zwischenzeit durfte ich schon wieder einiges erleben!

 

In der Schule gab es aufgrund von erneuten Examen wieder einiges zu korrigieren, auszuwerten und in Listen einzutragen. Ich helfe immer sehr gerne beim Vorbereiten und Korrigieren der Englisch Examen und unterstütze so die Lehrer.

 

Anfang Mai war in Kenia ein sog. „National tree planting day“, quasi ein „Nationaler Baumpflanztag“, an dem von Schulen erwartet wurde, jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, mindestens drei Bäume auf dem Schulgelände zu pflanzen. Da das von der Regierung vielleicht doch etwas unrealistisch kalkuliert wurde, trafen sich an diesem Samstag nur der Direktor, der Schulgärtner und ich und pflanzten auf dem Schulgelände ca. zehn Bäume, um dieser auferlegten Pflicht des Baumpflanzens immerhin etwas nachzukommen. Hintergrund dieses Tages ist recht offensichtlich, die Anzahl der sauerstoffspendenden Bäume in Kenia zu erhöhen und gegen die unkontrollierte Abholzung zu wirken. Ein wirklich sehr löbliches Projekt.

 

In der darauf folgenden Woche, habe ich mit einer Gruppe von Schülern den allbekannten Song „You raise me up“ von Josh Groban eingeübt und in einer morgendlichen Versammlung vor allen Schülern und Lehrern vorgetragen. Das lief so ab, dass ich eine Musikbegleitung des Stückes über meine Musikbox abspielen ließ, sowie eine Geigenstimme schrieb und diese dazu spielte. Den Schülern habe ich den Text des Liedes aufgeschrieben und ausgeteilt und dann haben wir das ganze gemeinsam eingeübt. Die Schüler waren zu meiner großen Freude schon sehr vertraut mit dem Lied und hatten (genau wie ich) großen Spaß am gemeinsamen Musizieren! Nach unserer kleinen Aufführung haben die Schüler mir gleich weitere Lieder aufgeschrieben, die sie gerne zusammen musizieren möchten, nur ist das leider mit ihrem hohen Schulpensum recht schwer zu vereinbaren, aber ich denke, mindestens ein weiteres Projekt müsste sich irgendwie noch einrichten lassen. :)

 

In dem Waisenheim in Kiboswa habe ich mich inzwischen auch nützlich gemacht und in der Küche geholfen und natürlich viel mit den Leuten dort geredet. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg noch bei einem anderen Waisenheim vorbei schauen, welches primär Grundschüler beherbergt. Aber nach zwanzig Minuten Laufzeit in der prallen Sonne, neben einem sehr heiratswilligen jungen Mann, der mich zwanzig Minuten davon überzeugen wollte, ihn zum Mann zu nehmen, bin ich dann doch etwas genervt (wie auch amüsiert) in ein Matatu geflüchtet und heim gefahren.

 

Einen Krankenhausbesuch habe ich in der Zwischenzeit auch hinter mich gebracht, da ich ziemliche Magenprobleme und wie sich dann im Krankenhaus herausstellte, eine Lebensmittelvergiftung hatte. Leider weiß ich nicht, was genau der Auslöser dafür war, aber inzwischen bin ich wieder fit und habe immerhin auch mal erlebt, wie es so in einem kenianischen Krankenhaus zu geht…

 

In den Pfingstferien, also den letzten zwei Maiwochen, habe ich zu meiner großen Freude, recht spontanen, elftägigen Besuch von meiner Schwester Judith bekommen. Wir hatten eine unglaublich schöne, wenn auch recht kurze, gemeinsame Zeit in Kenia und es hat mir viel bedeutet, ihr das Umfeld zu zeigen, in dem ich seit gut acht Monaten lebe und arbeite.

 

Gemeinsam besichtigten wir einen Regenwald in Kakamega und bekamen dort faszinierender Weise zwei Schlangen, Affen, Schmetterlinge, verschiedene Pilze, Lianen und einen Wasserfall zu sehen. Die Atmosphäre in einem Regenwald ist wirklich sehr beeindruckend und von einem tollen Aussichtspunkt aus hatten wir die Möglichkeit, über den gesamten Regenwald zu blicken. Da es gegen Nachmittag, wie zu erwarten, zu Regnen drohte, fuhren wir lieber mit dem Motorrad durch den Regenwald zurück zur Straße, was auch schon ein Erlebnis für sich war.

 

Ein anderer Ausflug führte uns zum Äquator, Kit Mikayi und einem sehr schönen Platz am Viktoriasee. Anschließend besuchten wir noch den Direktor meiner Schule und bereiteten gemeinsam eine kenianische Mahlzeit (Chapati und Vegetable Stew) vor.

 

Am Dienstag, den 29.Mai machten wir uns mit vier weiteren Freiwilligen von Nairobi aus mit dem Zug in Richtung der tansanischen Grenze auf, nach Emali. Dort kamen wir in einem Hotel mit Blick auf den in Tansania gelegenen Kilimanjaro unter, um den nächsten Tag im „Amboseli Nationalpark“ zu verbringen. Dort bekamen wir die Gelegenheit, Elefantenherden, Gazellen, Büffel, Gnus, Hippos, Zebras, Kronenkraniche, Pelikane, Sträuße, Flamingos und sogar Löwen, sowie einen fantastischen Sonnenuntergang im Nationalpark zu sehen. Der Amboseli Nationalpark ist im Südwesten Kenias direkt an der Grenze zu Tansania gelegen, weshalb wir fast ständig einen herrlichen Blick auf den Kilimanjaro hatten (siehe Galerie).

 

Als wir am darauf folgenden Tag, dem 31. Mai, am Bahnhof in Emali auf den Zug zurück nach Nairobi warteten, wurde uns die Ehre zu Teil, an der einjährigen Geburtstagsfeier des Bahnhofs teilzuhaben. Diese gestaltete sich so, dass die kenianischen Mitarbeiter ein Geburtstagslied für den Bahnhof anstimmten, tanzten, sich amüsante Hüte anzogen und Süßigkeiten an die Passagiere verteilten. Die chinesischen Kollegen (der Bahnhof wurde in Kooperation mit China gebaut) standen grinsend daneben und machten Fotos. Anschließend wurde noch ein Gruppenfoto mit allen Anwesenden gemacht und der Alltag ging weiter.

 

Nach einem weiteren schönen Tag in Nairobi, an dem meine Schwester und ich den Giraffencenter und einen weiteren Tierpark besuchten, musste ich sie dann abends doch schon wieder zum Flughafen bringen und „auf Wiedersehen“ sagen. Es ist aber ja nun wirklich nicht mehr lange, bis auch ich wieder in den Flieger zurück nach Deutschland steige, noch gut sieben Wochen! Für diese zwei Monate habe ich tatsächlich noch einige Pläne, für die es bestimmt schwer wird, alle umzusetzen. Ich werde aber auf jeden Fall versuchen, das letzte Fünftel in Kenia so gut wie möglich zu nutzen!

 

Bis dahin, alles Gute :)

Eure Rose