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Beitrag 19 - 04.05.2018

 

 

Im Kigale Nationalpark

Durch Kenias Nachbarländer Uganda und Ruanda

Hallo zusammen,

 

in diesem Beitrag möchte ich euch primär von meiner zweiwöchigen Reise durch Kenias Nachbarländer Uganda und Ruanda berichten, zu der ich gemeinsam mit drei anderen Freiwilligen am 08.04.18 aufgebrochen bin.

 

Nach einer zehnstündigen Busfahrt mit Stopp an der ugandischen Grenze sind wir schließlich vom kenianischen Nakuru aus in Jinja in Uganda angekommen. Mit der ugandischen Währung noch nicht vertraut, sowie müde von der langen Fahrt zahlten wir dann leider den Motorradfahrern auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Jinja unwissend das Zehnfache des normalen Preises! Da wurden wir leider mal wieder etwas übers Ohr gehauen…:)

 

Unsere Unterkunft in Jinja war hingegen preiswert, sauber und sehr schön angelegt. Nach einer kurzen Pause beschlossen wir, den Tag noch zu nutzen, um eine „Horse Safari“ zu machen, sprich, einen Ausritt. Da das Besteigen eines Pferdes bei uns allen doch schon ein Weilchen her war, war der drei stündige Ausritt primär gegen Ende recht anstrengend und führte auch zu ordentlichem Muskelkater, jedoch konnte die tolle Aussicht auf die wunderschöne Nillandschaft wieder einiges gut machen.

 

Am nächsten Tag - meinem Geburtstag :) - unternahmen wir mit zwei anderen Freiwilligen, die wir in Uganda kennen lernten, eine Bootstour zum Austritt des Weißen Nils aus dem Viktoriasee, kauften zahlreiche Souvenirs (Uganda ist noch um einiges billiger als Kenia) und ließen den Abend in einer der zahlreichen Bars ausklingen.

 

Die zweite Station war die Hauptstadt Ugandas, Kampala. Dort gab es kulturell einiges zu sehen, wie zum Beispiel die Gaddafi Moschee und einen Baha’i Tempel. Die Wolkenkratzer-Moschee wurde offiziell 2007 eröffnet und bietet Platz für mehr als 15.000 Gläubige! Um eine Führung im Inneren der Moschee zu bekommen, mussten wir uns komplett verschleiern, was ein sehr Neues und ungewohntes Gefühl für uns war. Uns wurde gezeigt, wie die gläubigen Muslime dort fünf Mal am Tag zum Gebet zusammen kommen und wir durften auf einen Turm steigen, von dem man aus eine tolle Aussicht über Kampala hatte (siehe Galerie). :)

 

Ebenfalls beeindruckend war ein sog. Baha’i Tempel. Sinn und Zweck dieses Tempels ist, Gläubigen aller Religionen die Möglichkeit zu geben, sich in diesem Sakralgebäude zu versammeln, zu beten und zu meditieren. Auffallend sind die architektonische Vielfalt, sowie neun Tore nach allen Seiten, welche die Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Religionen symbolisieren. Ich persönlich finde die Bedeutung dieses „Hauses der Andacht“, wie auch dessen Aussage sehr beeindruckend, über die es sich für jeden lohnen würde, einmal nachzudenken.

 

Weiter ging es am nächsten Tag in die knapp dreihundert Kilometer entfernte Stadt im Westen Ugandas, Fort Portal. Im Regenwald des Kigale Nationalparks, nicht allzu weit von Fort Portal entfernt, bekamen wir die einmalige Gelegenheit, ein sog. „Chimpanzee Tracking“ zu machen. Im Kigale Nationalpark gibt es eine Schimpansen Gruppe, die an Menschen gewöhnt ist und die wir uns mit einem Guide aufmachten, zu suchen. Wir hatten wirklich Glück, denn nach einer knappen Stunde Fußmarsch durch den Regenwald trafen wir tatsächlich auf die über 20 Schimpansen große Gruppe. Dort verbrachten wir dann eine weitere gute Stunde und konnten die auf dem Boden sitzenden Schimpansen aus knapp 4 Meter Entfernung beobachten, sowie in den Baumwipfeln liegenden und spielenden Schimpansen zu gucken. Wie ihr in der Galerie seht, habe ich sehr viele Bilder gemacht und konnte mich nur schwer entscheiden, welche Bilder ich aussortieren sollte, so habt ihr jetzt eben einiges zum Angucken :)

 

Weiter ging es in die Stadt Kasese, welche nicht weit vom Queen Elizabeth Nationalpark entfernt ist.   In dem knapp 2000 Quadratkilometer großen Nationalpark unternahmen wir am darauf folgenden Tag eine halbtägige Safari, bei der wir die Möglichkeit hatten, jede Menge sog. Kops, Kronenkraniche (Wappenvögel Ugandas) und viele andere Vogelarten, Büffelherden, Wasserböcke, Elefanten und sich im Schlamm suhlende Hippos zu sehen. Leider war die Safari recht kurz und wir bekamen keine Löwen zu sehen, aber vielleicht klappt das ja in der Masai Mara in Kenia :)

 

Unseren letzten Stopp machten wir im Süden Ugandas, am Lake Bunyonyi. Die zuerst von uns angesteuerte Unterkunft hatte leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, weshalb wir dann kurzerhand in einem kleinen Holzboot mit unserem gesamten Gepäck von einem sehr lebenslustigen und amüsanten Kerl auf die gegenüberliegende Seeseite, zu einer anderen Unterkunft geschippert wurden. Dieser amüsante Kerl stellte sich dann als Besitzer unseres Resorts heraus, welcher sichtlich erfreut darüber war, mal wieder ein Paar Gäste begrüßen zu können und der zur Feier des Tages einfach mal ein paar Joints verteilte…:) Auf einer Bootstour über den Lake Bunyonyi sahen wir sechs der insgesamt neunundzwanzig Inseln des Sees, wobei eine der Inseln sogar Zebras beheimatet. Ansonsten eignet sich der See sehr gut zum entspannen und um die Ruhe und die großartige Natur zu genießen.

 

Nach diesem zehntägigen Aufenthalt in Uganda reisten wir weiter gen Süden, in die Hauptstadt Ruandas mit Namen Kigali. Ruanda, oder zumindest die Hauptstadt Kigali ist im Gegensatz zu Uganda und Kenia unglaublich sauber, mit gut ausgebauten Straßen, geordnetem Verkehr, Straßenregeln, die eingehalten werden und viele Sicherheitsmänner auf den Straßen, die einem auch nachts noch ein Gefühl von Sicherheit auf der Straße vermitteln. Auch in Ruanda werden Motorräder als öffentliche Verkehrsmittel benutzt, nur herrscht hier im Gegensatz zu Kenia Helmpflicht und es dürfen nicht mehr als zwei Personen auf dem Motorrad sitzen (also nicht wie in Kenia, wo man teilweise zu viert auf dem Motorrad sitzt…). Noch dazu gibt es moderne Linienbusse, die stellenweise die klapprigen und überfüllten Matatus ersetzen.

 

Was Ruanda neben diesem recht hohen Grad der Entwicklung außerdem zu einem spannenden Ort macht, ist seine Geschichte.

 

Aufgrund des 1994 statt gefundenen Genozids, bei dem ca. 75% der Tutsi Minderheit, sowie andersdenkende Hutu getötet wurden, gibt es in Ruanda zahlreiche Genozid Gedenkstätten zu besichtigen. Wir besuchten ein großes und modernes „Genocide Memorial“ in Kigali, sowie ein etwas kleineres Memorial in Ntarama. Diese tragische Geschichte Ruandas ist besonders im Memorial in Kigali sehr eindrucksvoll dargestellt und lässt einem sehr anschaulich an dem schrecklichen Schicksal vieler Tutsis teilhaben. Auch werden dort noch weitere Völkermorde aus anderen Ländern porträtiert, wie beispielsweise der Holocaust, durch den ca. 6 Millionen europäische Juden grausam ermordet wurden.

 

Nach diesem viertägigen Einblick in Ruandas Kultur und Geschichte machten wir uns schließlich wieder auf, zurück nach Kenia. Dort kamen wir nach einer anstrengenden, 26 stündigen Busfahrt durch drei Länder am 23.04. morgens in Nairobi an.

 

Meine letzte Ferienwoche nutzte ich mit einer anderen Freiwilligen, um gemeinsam zwei weitere Freiwillige in Thika, nördlich von Nairobi, zu besuchen. Dort gingen wir gemeinsam in deren Projekt, eine Art Waisenheim mit dem Namen „Watoto Wenye Nguvu“ und machten mit den Kindern dort gemeinsam Unmengen an Pizza und Keksen.  Gegen Ende der Woche fuhr ich dann wieder zurück nach Kisumu, da nach diesen dreiwöchigen Ferien die Schule wieder begann.

 

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, Ostafrika weiter zu erkunden und während unserer Reise durch Uganda und Ruanda einmalige Erlebnisse machen, sowie einiges lernen durfte!

 

Ich wünsche euch nun viel Spaß dabei, die zahlreichen Bilder in der Galerie durch zu schauen und verabschiede mich für heute :)

 

Bis bald,

Eure Rose