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Beitrag 18 - 09.04.2018

 

 

Mein kleiner Freund Tairas

Urlaub, Alltag und Projekte von anderen Freiwilligen

Hallo zusammen,

 

es scheint, als wäre es eine Ewigkeit her, aber erst vor drei Wochen hatte ich noch lieben Besuch aus Deutschland bei mir! Mein Freund und seine Familie kamen ins ferne Afrika gereist, um mich auf der wunderschönen, gerade mal 2.040 Quadratkilometer großen Insel Mauritius zu treffen. Dort haben wir in intensiven, wundervollen zwei Wochen das Wiedersehen und die Gemeinschaft genossen und die fantastische Insel erkundet. Wie ihr euch sicher denken könnt, ging die Zeit natürlich viel zu schnell vorbei und im nu mussten wir wieder Abschied voneinander nehmen. Trotz des erneuten Abschiedsschmerzes will ich diese zwei Wochen aber keinesfalls missen und bin unglaublich dankbar für diese fantastische, einmalige Zeit :)

 

Wieder in Kenia angekommen, war ich erst mal ein ganzes Wochenende damit beschäftigt, meine ganzen Urlaubssachen von zwei Wochen (von Hand!) zu waschen… Das braucht doch einfach seine Zeit. :)

 

Am 19.03. war dann der Geburtstag meiner Gastmum, den sie allerdings nicht besonders feierte, jedoch machten wir am Abend gemeinsam Chapati (eine Art Pfannkuchen) und Kohl. Mir persönlich macht es jedes Mal aufs Neue Spaß, zu lernen, die kenianischen Gerichte auf kenianische Art und Weise zu kochen.

 

Aufgrund von Visumsangelegenheiten musste ich letzte Woche erneut in die kenianische Hauptstadt Nairobi reisen. Dort bekam ich dann, zu meiner großen Freude, endlich mein letztendliches Visum, den sog. “Internship Pass“. Da wir mit diesem „Resident Visum“ nun bei quasi allen Touristenattraktionen gerade mal einen Bruchteil des Preises bezahlen, den wir mit einem Touristenvisum zahlen müssten, nutzten wir diese Gelgenheit gleich und besuchten in Nairobi ein Giraffen Center, den KICC Tower, sowie den Masai Markt.

Im Giraffen Center Nairobis hatten wir die Gelgenheit, Giraffen aus unmittelbarer Nähe zu beobachten, zu füttern und Fotos zu machen.

Anschliessend hatten wir auf dem 105 Meter und somit zweithöchsten Gebäude Nairobis, dem sog. KICC (Kenyatta International Conference Centre) Tower die einmalige Gelegenheit, eine Rundumsicht über Nairobi zu bekommen. Der KICC gilt als ein Wahrzeichen Nairobis und beherbergt neben der Aussichtsplattform auf dem Dach einige Konferenzräume.

 

Trotz ihres vergleichsweise sehr geringen Bevölkerungsanteils sind die Masai aufgrund ihrer weitgehend traditionell beibehaltenen Lebensweise, sowie ihrer auffallenden Kleidung die bekannteste Volksgruppe Kenias bzw. Ostafrikas. Der Masai Markt in Nairobi bietet aufgrund dessen primär Touristen die Möglichkeit, „typisch“ ostafrikanische Souveniers zu kaufen. Von traditionell handgefertigtem, bunten und auffälligem Masai Schmuck, über Schuhe, Taschen und filigranen Schalen laden die zahlreichen Stände des Marktes zum Kauf diverser Mitbringsel ein. Natürlich nicht, ohne davor geschäftig einen „guten“ Touristenpreis ausgehandelt zu haben. :)

 

Da ich es immer sehr spannend und inspirierend finde, mir nicht nur von meinem eigenen Projekt und meiner kenianischen Familie in Kenia ein Bild zu machen, habe ich in den letzten Wochen Projekt und Familie von zwei Mitfreiwilligen in Kenia besucht.

 

Die „VISPA Junior School“ im kleinen Vorort Kisumus mit Namen „Rabour“ ist das Projekt einer Freiwilligen, die ebenfalls in Kisumu  wohnt. Mit ihr bin ich einen Tag zu ihrer alltäglichen Arbeitsstelle gefahren, um mir ein Bild ihres Projektes vor Ort zu machen. Die drei bis sechs jährigen Kinder, welche in der Vorschule dieverse Grundlagen erlernen sollen, sind natürlich unglaublich goldig, teilweise sehr eingeschüchtert und sehr respektvoll Erwachsenen gegenüber. Auch das Teilen wird den Kindern schon in jungen Jahren beigebracht. So teilen beispielsweise alle Kinder ihre mitgebrachten Pausensnacks untereinander, sowie mit den Lehrern. Jedes Kind nimmt ein Stück seines ohnehin meist nicht sonderlich ausgiebigen Frühstücks und legt es in einen Teller für die Lehrer. Für mich persönlich war das sehr beeindruckend zu sehen und die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder teilen, finde ich sehr stark! Da die meisten Klassen dort mit mindestens 40 Schülern unverhältnismäßig groß sind, ist effektiver Unterricht, der auch die schwachen Schüler unterstützt und weiterbringt, leider sehr schwierig.

 

Mich persönlich hat dieses Projekt und die Arbeit mit den Kindern dazu inspiriert, mir zusätzlich zu meinem eigenen Projekt noch eine andere Arbeitsstelle, allerdings mit kleineren Kindern, zu suchen. In dem Dorf, in dem ich wohne und arbeite, gibt es ein Waisenheim, in dem ich mich nach den Ferien (also Anfang Mai) vorstelle und versuchen werde, den Leuten dort unter die Arme zu greifen und Zeit mit den Kindern zu verbringen. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn das klappt und ich dort an den Wochenenden und vielleicht ab und zu unter der Woche arbeiten könnte, denn es gibt wirklich einige Projekte, in denen Freiwillige doch um einiges mehr gebraucht werden, als in vielen, von unserer Organisation zugeteilten Projekte. Ich fühle mich in meinem Projekt, der Dago Kokore Secondary School wirklich wohl und der Aspekt des interkulturellen Austauschs ist dort ohne Frage abgedeckt, nur denke ich, dass ich in einem zusätzlichen Projekt doch noch eine weitere Hilfe sein kann.

 

Des Weiteren habe ich eine andere Freiwillige in Menara, Muhoroni, von Kisumu knapp zwei Stunden entfernt, besucht. Da ich dazu leider nur am Wochenende Zeit hatte und sie in einer Grundschule arbeitet, gab es leider keine Möglichkeit, zusammen in ihr Projekt zu gehen. Jedoch bekam ich durch den Besuch bei ihr die Gelegenheit, das Leben in ihrer Gastfamilie näher kennen zu lernen. Das kann man sich vielleicht, in seinem deutschen Standart lebend, nicht wirklich vorstellen, aber es ist jedes Mal aufs Neue spannend zu sehen, wie und wo verschiedene kenianische Gastfamilien (sich) waschen, auf Toilette gehen, Essen zubereiten , Wasser beziehen etc. Um mir so eben ein umfassenderes Bild vom Alltag kenianscher Familien zu machen, besuche ich sehr gerne andere Freiwillige und lerne deren Lebensweisen kennen.

Mit der anderen Freiwilligen bereitete ich dann gemeinsam das Abendbrot für die körperlich etwas eingeschränkte Gastmutter zu, indem wir, unter anderem, über einer kleinen Feuerstelle Stockbrot zubereiteten. Zum einen vermissen wir Freiwilligen in Kenia doch etwas unser bekanntes, deutsches Brot (was Brot angeht, isst man in Kenia leider nur ungetoasteten Toast und die meisten kenianischen Familien haben auch keinen Ofen, in dem wir Freiwilligen selbst Brot backen könnten) und zum anderen macht es auch immer Spass, den Kenianern Ausschnitte der deutschen Küche vorzuführen. Von unsererm zubereiteten Knoblauch-Stockbrot war unsere Gastmum dort auf jeden Fall ganz begeistert. :)

 

Ab dem 9. April beginnen für drei Wochen Schulferien und für uns Freiwillige somit freie Zeit zu Reisen. Mit drei Mitfreiwilligen habe ich beschlossen, in dieser Zeit weitere Teile Ostafrikas zu erkunden und eine zweiwöchige Rundreise durch Kenias Nachbarland Uganda und Ruanda zu machen. Sonntag Abend geht es los, vom kenianischen „Nakuru“ aus  mit dem Bus über Nacht in das gut 400 km entfernte, in Uganda liegende „Jinja“. Ich freue mich wirklich sehr auf diese Reise und werde euch, wenn ich wieder zurück bin, natürlich mit Hilfe vieler Bilder, im Nachhinein an unserer Reise teilhaben lassen. :)

 

Bis dahin!

Eure Rose