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Beitrag 17 - 02.03.2018

 

 

Hell´s Gate Nationalpark

Hell’s Gate Nationalpark

Zwischenseminar und Besuch in Eldoret

Hallo zusammen,

 

es ist wirklich unglaublich, wie die Zeit rennt! Vor zwei Wochen war ich in Nairobi auf dem Zwischenseminar meiner Freiwilligengruppe, was verdeutlicht, dass doch tatsächlich schon die Hälfte meines Kenia- Aufenthaltes vorbei ist. Am 3.August geht es für mich zurück nach Deutschland und bis dahin sind es nun (nur) noch fünf Monate, die ich versuchen werde, in vollen Zügen zu genießen :)

 

Da wir für unser Zwischenseminar in die von Kisumu ca. sechs Autostunden entfernte, kenianische Hauptstadt Nairobi reisen mussten, haben mit mir vier andere Freiwillige beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen, um auf dem Weg dorthin einen Stopp in Naivasha zu machen, um dort den „Hell’s Gate Nationalpark“ zu besuchen. Da wir momentan noch mit einem Touristenvisum ausgestattet sind, sind Eintrittsgebühren, wie diese in Nationalparks, normalerweise sehr teuer, weshalb wir aufgrund dessen bis jetzt vermieden haben, Nationalparks aufzusuchen, bis wir unsere letztendliche „Resident card“ haben, mit der alle Eintritte um einiges billiger werden. Da der „Hell’s Gate Nationalpark“ einer der kleineren Nationalparks in Kenia und somit nicht allzu berühmt ist, sind die Preise dort aber durchaus erschwinglich und laden zu einer Tour durch den Park ein.

 

Das Besondere am Nationalpark in Naivasha ist, dass einem dort die Möglichkeit geboten wird, mit dem Fahrrad den Park zu durchqueren. Da der Nationalpark außer Leoparden und Hyänen, die sich so gut wie nie vor Besuchern blicken lassen, keinerlei fleischfressender Tiere beheimatet, ist eine solche Unternehmung recht unbedenklich.

So machten wir uns also mit unseren geliehenen Drahteseln und einem Tourguide auf, den Hell’s Gate Nationalpark mit dem Fahrrad zu erkunden. Da unsere Drahtesel, wie leider sehr viele Verkehrsmittel in Kenia, nicht unbedingt in bestem Zustand und sozusagen auf „Matatu Niveau“ waren, stellte sich das ganze doch als recht strapaziös heraus. Wir hatten alle sehr mit der Bedienung unserer Gangschaltungen zu kämpfen, einer unserer Gruppe sprang mitten im Nationalpark dreimal die Fahrradkette heraus, eine Federung am Rad war quasi nicht vorhanden und die Fahrradsättel waren wirklich alles andere als gepolstert und bequem … Das alles in Kombination mit einem extrem steinigen und somit holprigen Weg, sowie Gegenwind, der stets zuverlässig dafür sorgte, dass uns quasi permanent Staub in die Augen flog, gestaltete primär den Rückweg für uns sehr anstrengend, sodass wir am Abend alle sehr früh und gut schliefen!:) Die starke Sonne trug natürlich auch nicht ganz unwesentlich dazu bei…

 

Abgesehen von diesen Strapazen verbrachten wir einen wirklich sehr schönen und vielseitigen Tag in unserem ersten Nationalpark und durften eine Menge Zebras und Warzenschweine, eine Büffelherde, zwei Giraffen, Garzellen und Affen sehen und jede Menge Fotos machen. Da sich meine Kamera an diesem Tag leider als nicht einsatzfähig heraus stellte, kann ich leider nicht allzu viele schöne Bilder mit wirklich guter Qualität hochladen, bei meinem nächsten Nationalpark Besuch wird meine Kamera dann aber hoffentlich geladen und einsatzbereit sein :)

 

Nach einer kleinen Pause im Nationalpark, bei der wir unser mitgebrachtes Essen vor sehr frechen und hartnäckigen Affen verteidigen mussten (unsere Erdnüsse haben sie uns jedoch gemopst…:) ), machten wir uns mit unserem Guide auf, zu einer zweistündigen Wanderung durch den Canyon, bzw. Vulkankrater des Nationalparks. Das Landschaftsbild, das sich uns dort bot war wirklich beeindruckend! Wir sahen faszinierende Gesteinsformationen, beeindruckende, wunderschöne Felsen und wir durften das tatsächlich sehr heiße Wasser, den Felsen entspringenden Hot springs fühlen und bestaunen. Auf den Bildern in der Galerie habe ich versucht, ein paar dieser beeindruckenden Naturwunder einzufangen, leider eben nur mit meiner nicht allzu guten Handykamera…

 

Unsere „Wanderung“, die sich eher als eine Art Klettertour heraus stellte, erinnerte mich oftmals daran, dass hier im ostafrikanischen Kenia einfach nicht dieselben Sicherheitsstandards gelten, wie in Deutschland… Wir schlitterten zum Teil an ziemlich tiefen Abgründen auf recht rutschigen Untergründen entlang oder kletterten drei/vier Meter einen Felsen empor, ohne dabei gesichert zu sein oder zumindest ein Geländer als eventuelle Hilfestellung zu haben. Die Kenianer begründen so etwas einfach nur immer mit den Worten „That’s Kenya“ :)

 

Nach diesem aufregenden und erfolgreichen Tag machten wir uns schließlich weiter auf den Weg nach Nairobi, unsere Mitfreiwilligen bei unserem Zwischenseminar in Nairobi zu treffen. Unsere Unterkunft dort war glücklicherweise, wie auch auf unserem Ankunftsseminar, das großräumige Gelände des „Loreto Marry Ward Centres“ im Teilort „Caren“ Nairobis. Es war wirklich sehr schön und gleichermaßen spannend, alle knapp 20 deutschen AFS Kenia Mitfreiwilligen, die mir ja aus den zweiwöchigen Vorbereitungsseminaren in Deutschland, sowie dem gemeinsamen Ankunftsseminar und teilweise gemeinsam Erlebtem in Kenia schon sehr gut bekannt waren, gesammelt wieder zu treffen und sich mit allen auszutauschen. Da meine kenianische Gastmutter ehrenamtliches Mitglied bei AFS ist, begleitete sie uns während des Seminares und war neben den zwei Hauptkoordinatoren des AFS Kenya Büros in Mombasa Teil des Leitungsteams.

 

Grob skizziert waren die Hauptinhalte des Seminars knapp zehn minütige Referate aller Freiwilligen über Projekt, Familie und allgemein bisher Erlebtes, Gespräche über aufgetretene Probleme und deren Lösungsansätze, sowie eine selbstgezeichnete Emotionskurve. Sonderlich viel inhaltlich Neues hat man dabei nicht unbedingt gelernt, alles in allem war das Seminar bzw. unsere dortige Gemeinschaft aber mit vielen guten Gesprächen verbunden und doch recht inspirierend, angenehm und interessant.

 

Bevor wir Freiwilligen uns nach diesem knapp dreitägigen Seminar dann alle wieder auf den Heimweg machten, statteten eine andere Freiwillige und ich noch dem lohnenswerten Second-hand-market in Nairobi einen Besuch ab. Auf diesem Markt gibt es von gut erhaltenen Markenschuhen über Sportklamotten, bis hin zu neu aussehenden Rucksäcken nahezu alles, was das Herz begehrt, zu wirklich erschwinglichen, teilweise fast unangepasst niedrigen Preisen.

 

Von Nairobi reiste ich dann mit einer anderen Freiwilligen, die mit mir gemeinsam eine knappe Woche in meinem Projekt verbrachte und zwei Wochen bei mir wohnte, zurück nach Kisumu.

 

Da sich meine Gastmutter zu dieser Zeit in Kenias fünftgrößter Stadt, Eldoret, bzw. einem kleinen Dorf, eine knappe Stunde von Eldoret entfernt mit dem unverschämt schwierig auszusprechenden Namen „Chemororoch“ aufhielt, da dort ein Großteil ihrer Familie wohnt, beschlossen wir (die andere Freiwillige und ich), sie dort zu besuchen. Es ist immer spannend, andere Familien und Lebensweisen mit zu erleben, außerdem war ich sehr interessiert daran, die Eltern und Geschwister meiner Gastmutter kennen zu lernen. Das Grundstück der Familie ist in einer sehr angenehmen, ländlichen, ruhigen Gegend mit sehr schönen und stilvollen Häusern. Meine Gastmutter bewirtschaftet  auf dem Grundstück in Chemororoch einige Felder und managet den Bau eines Hauses, sodass sie dort im Allgemeinen sehr viel Zeit verbringt und sehr interessiert daran ist, uns auch ihr Leben und die Arbeit dort zu zeigen und näher zu bringen.

 

Da wir hier in Kenia ungewollter Weise auf Käse Entzug sind und den guten deutschen/ holländischen Käse, den es hier leider normalerweise nur abartig teuer zu kaufen gibt, doch sehr vermissen, haben wir uns am nächsten Tag zu einer Käse-/ Joghurt Fabrik, die in Kenia wirklich eine Seltenheit ist, nach Eldoret town aufgemacht. Dort bekamen wir eine kostenlose Führung durch die gesamten Fabrik- und Herstellungsräume und durften die verschieden Käsesorten probieren, was für uns wirklich ein tolles und zugegeben sehr delikates Ereignis war :)

 

Wie ihr seht, bin ich viel unterwegs und erlebe hier so einiges…:) Neben dem Reisen genieße ich auch die Zeit im Projekt wirklich sehr und kann mir inzwischen nur noch schwer vorstellen, das Land und die Leute hier wieder zu verlassen und für lange Zeit nicht zu sehen… Ich genieße Tag für Tag und bin unglaublich dankbar für alles, was ich hier erleben und lernen darf!

 

Bis Bald,

Eure Rose