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Beitrag 11 - 03.12.2017

 

 

In Moshi

Unterwegs…

Hallo zusammen,

 

Im vorletzten Blogbeitrag habe ich geschrieben, dass ich gemeinsam mit ein paar anderen Freiwillligen geplant hatte, an die Küste Kenias zu reisen. Diesem Plan ist leider die Anweisung meiner Organisation AFS in die Quere gekommen, dass wir Freiwilligen bis auf Weiteres unser Chapter, also unseren Bezirk nicht verlassen dürfen. Auch, wenn inzwischen fest steht, dass keine erneuten Neuwahlen in Kenia stattfinden, ist die Situation bezüglich der Wahlen weiterhin angespannt und außerdem besteht wohl mancherorts, primär an der Küste Kenias, erhöhte Terrorgefahr aufgrund der Terrorgruppe Al Shabab aus dem angrenzenden Somalia. Aufgrund dessen haben ich mit drei anderen Freiwilligen beschlossen, nach Tansania zu reisen und dort einige Zeit an der Küste und auf Sansibar zu verbringen. :)

 

Da wir leider immer noch ein Touristenvisum haben, mussten wir an der Grenze zu Tansania ein neues Visum beantragen, wofür wir leider 50 Dollar zahlen mussten, aber da Tansania momentan die einzige Möglichkeit für uns ist, zu reisen, nahmen wir diese Ausgabe dann eben in Kauf.

 

Die Hinfahrt nach Tansania war sehr aufregend, da man sich allgemein in Afrika über die genaue Fahrtroute und die Preise nicht im Vorhinein übers Internet informieren kann, sondern einfach von Stadt zu Stadt fährt und vor Ort schauen muss, mit welchem Gefährt man am billigsten in die richtige Richtung kommt. Zum Teil ist es wirklich nicht so leicht, in dem ganzen Chaos noch den Überblick zu behalten, da man, sobald man irgendwo ankommt, von diversen Fahrern bedrängt wird, die einem alle ins Ohr brüllen, wohin sie einen für wie viel Geld bringen können. :)

 

Da Tansania eine andere Währung hat, als Kenia und wir das Visum in Dollar bezahlen mussten, haben wir in Taveta erst mal Halt gemacht, um bei einer Bank Geld zu wechseln und Dollar abzuheben. Weiter ging es dann mit einer Probox (Privatmatatu) an die Grenze, wo wir vier recht lange anstehen mussten und glücklicherweise alle unser Tansania Visum bekamen. In Tansania wurden wir dann sogleich mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass die meisten Tansanier nur kisuaheli und kein englisch sprechen. Das hat es entsprechend schwer gemacht, mit unseren Motorradfahrern den Preis zu verhandeln und wie man das so macht als weißer Tourist in Afrika, haben wir einen unverschämt hohen Preis für 2 Minuten Motorradfahrt gezahlt. Da der Preis so hoch war, gingen wir beim Zahlen davon aus, wir würden schon das nächste Matatu mit bezahlen, was aber, wie sich dann leider heraus stellte, nicht der Fall war. So haben wir versucht, den Fahrern zu erklären, dass wir der Meinung waren, wir hätten schon gezahlt und dass der Preis ansonsten viel zu hoch wäre, wir wurden aber leider nicht verstanden und glücklicherweise kam uns ein englisch sprechender Tansanier zu Hilfe. Er half uns zwar, die Sprachbarrieren zu überwinden und suchte uns auch noch die nächste Fahrgelegenheit, den hohen Preis mussten wir dann aber leider doch bezahlen…

 

Die Fahrt mit dem Taxi, das uns zu unserem Hostel bringen sollte, stellte sich dann als erneuter Reinfall heraus, da der Fahrer überzeugt war, er wisse den Weg zu unserem Hostel, brachte uns dann aber leider in ein ähnlich klingendes Hotel und war schon wieder auf und davon, als sich an der Rezeption herausstellte, dass es sich gar nicht um unser Hostel handelte. So mussten wir ein neues Taxi bestellen, welches uns dann endlich in unser Hostel brachte, dies aber natürlich auch nicht umsonst machte… Wir kamen uns wirklich vor, als wären wir gerade erst in Afrika angekommen, da der Tag so chaotisch war und wir wirklich sehr hohe, sog. „Mzungu (=Weißer) Preise“ zahlten… Na ja, in der Gruppe war es aber trotzdem in gewisser Weise ein sehr lustiges Erlebnis und letztendlich sind wir ja dann doch heil in unserem Hostel in Moshi, Tansania, angekommen. :)

 

Am nächsten Tag machten wir uns mit dem Matatu auf nach Boma, um sog. Hot Springs zu besichtigen. Hierzu sind wir ca. 40 Minuten mit dem Tuc Tuc und einem Bruno Mars Fan als Fahrer mit entsprechender Musikuntermalung durch recht trockene Landschaft getuckert. Ganz unvermittelt kamen wir dann an den Springs an, die sich als eine Art natürliches Wasserbecken mit weder heißem noch kaltem aber sehr klarem Wasser heraus stellten, in dem man super baden konnte. Da wir, wie schon geschrieben, eine knappe Dreiviertelstunde her fuhren, wartete unser Fahrer knapp drei Stunden auf uns und nutze die Zeit ebenfalls, um selber baden zu gehen. Der Tag hat sich wirklich geloht und es war sehr angenehm, sich an dieser natürlichen Wasserstelle abkühlen zu können.

 

Am nächsten Tag trafen wir eine andere Freiwillige, die ein halbes Jahr in Moshi lebt und gingen zusammen in ein wunderschönes, allerdings recht teures Lokal. Dieses war ganz klar auf Touristen ausgelegt, da man hier fast ausschließlich Weiße antraf und die Auswahl sowie die Essenspreise touristisch hoch waren. Da ich aber das erste Mal, seit ich in Afrika bin, eine Pizza essen und ein Milchshake trinken konnte, nahm ich diesen Preis dann ausnahmsweise in Kauf, man muss sich ja auch mal was gönnen und wir vermissen das europäische Essen wirklich sehr!:) Anschließend haben wir noch die Künste tansanischer Straßenhändler bewundert und ein paar Kleinigkeiten eingekauft.

 

Am Montag haben wir uns dann von Moshi verabschiedet und sind ca. 8 Stunden in einem Reisebus an die Küste nach Dar es Salam gefahren. Von hier aus nehmen wir eine Fähre nach Sansibar, um dort einige Tage am Strand zu verbringen! Ich freue mich schon sehr darauf und werde euch mit Bildern und Berichten auf dem Laufenden halten!

 

Bis dahin,

Eure Rose