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Beitrag 7 - 15.10.2017

 

 

Beim Wäsche waschen

Meine Gastfamilie

Hallo zusammen!

 

Nun komme ich zu meiner Gastfamilie und ihrem Grundstück:

 

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter Anne, meinem Gastvater Ellie, sowie meinem 10 jährigen Gastbruder Abu und drei weiteren, erwachsenen Gastgeschwistern, die aber alle nicht mehr zu Hause wohnen.

Meine Gastfamilie wohnt etwas außerhalb der Großstadt Kisumu in einem Ort namens Kiboswa. Kiboswa ist etwas höher gelegen und daher von den Temperaturen etwas angenehmer als direkt im Stadtzentrum. Auch die Lage des Hauses ist sehr schön und ruhig. Das Grundstück umfasst einen recht großen Garten mit diversen afrikanischen Früchten, sowie das Haus meiner Gastfamilie, das Haus des einen erwachsenen Sohnes meines Gastvaters, sowie ein weiteres Haus, in dem die Mutter meines Gastvaters wohnt.

 

Die Leute hier sind unglaublich nett. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und verbringe sehr gerne Zeit mit meiner Gastfamilie.

 

Das Haus ist noch nicht ganz fertig. In Etappen wird ständig daran weiter gearbeitet. So hatte ich auch das Privileg, dass gestern der Boden meines Zimmers neu gefließt wurde. Das freut mich wirklich sehr, denn ohne die Fließen ist der Boden sehr staubig und man kann ihn quasi nie putzen und außerdem bringen die bunten Fließen etwas Farbe ins Zimmer. Ich fühle mich in meinem Zimmer schon recht wohl.

 

Ich habe ein breites Bett mit einem Moskitonetz, einen kleinen Tisch und Stühle, sowie meinen Koffer, der nun als Schrank fungiert.

 

Im Haus leben noch zwei Katzen, darunter eine Baby-Katze, was mich sehr freut, und außerdem noch eine Henne, was mich eher weniger freut, denn sie meint jeden Morgen aufs Neue, sie müsse den Tag schon früh mit einem lautstarken "Gegackere" beginnen und so zeitig das Kommando zum Aufstehen geben…:)

 

Unter der Rubrik „Galerie - Bilder“ habe ich euch zur Veranschaulichung ein paar Bilder des Grundstücks und des Hauses hochgeladen, diese könnt ihr euch gerne an dieser Stelle anschauen…

 

Da manche sich vielleicht nicht unbedingt vorstellen können, wie allerlei Alltäglichkeiten wie z.B. kochen, Wäsche waschen, duschen etc. in Afrika ablaufen, werde ich euch dies nun mal ein bisschen beschreiben…:)

 

Gekocht wird hier auf so einem Art Campingkocher mit Gas, der auf dem Boden steht und auf den ein Topf passt. Das Ganze dauert dann auch entsprechend lange, da man einfach nur eine „Herdplatte“ zur Verfügung hat.

Meine Gastmutter bemüht sich sehr darum, mir die typisch kenianischen Gerichte wie Ugali, Chapati und auch den typisch kenianischen Tee beizubringen, worüber ich mich sehr freue. Gekocht wird entweder von einer Haushaltshilfe oder von meiner Gastmutter, ab und zu mit mir gemeinsam.

 

Seine Wäsche wäscht hier jeder selbst von Hand. Hierzu füllt man sich einen großen Eimer mit Wasser und Waschmittel, und schrubbt dann nacheinander in einer möglichst sinnvollen Reihenfolge (dunkles und dreckiges zuletzt…) Kleidungsstück für Kleidungsstück, wäscht es anschließend in klarem, sauberen Wasser aus und hängt es dann auf die Wäscheleine. Manche Kleidungsstücke wie Jeans und dicke Pullis sind ziemlich ungeschickt zum Handwaschen, was mich wahrscheinlich noch dazu bringt, komplett auf Röcke umzusteigen…:)

 

Da im Haus kein fließendes Wasser ist, ist Duschen ein klein bisschen aufwendiger. Mit dem Wasserkocher kocht man sich Wasser und mischt dieses mit kaltem Wasser, bis eine angenehme Wassertemperatur erreicht ist. Mit dem Wasserbottich geht man in den Duschraum und benutzt dort eine Art Kanne aus Plastik, mit der man sich Haare und Körper wäscht.

Das hört sich jetzt vielleicht am Anfang etwas komisch an, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und ich persönlich komme mit dieser Art des Duschens super zu Recht!

 

Wer auf die Toilette muss, hat die Qual der Wahl zwischen einem Plumpsklohäuschen im Grünen oder einer Toilette im Haus, die allerdings auch noch keine Wasserspülung vorzuweisen hat und bei der man immer einen Wassereimer hinterher schütten muss, des besseren „Davongleitens“ wegen. :)

 

Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden zu sehr verstört. Ich lebe hier einfach das klassisch, afrikanische Leben und ich muss sagen, mir hat es schon nach ein paar Tagen nichts mehr ausgemacht, für die Toilette nach draußen zu gehen, Wäsche von Hand zu waschen und mir zum Duschen erst mal Wasser zu kochen. Das sind alles Sachen, die einen nicht umbringen und die, wenn man sich darauf einlässt, auch Spaß machen können und einem helfen, schätzen zu lernen, was wir Deutschen alles als normal und selbstverständlich ansehen. :)

 

Wenn ihr noch mehr über meine Gastfamilie und mein Leben hier wissen möchtet, könnt ihr mich immer gerne anschreiben, ich freue mich darüber!

 

Im nächsten Beitrag werde ich euch etwas über mein Projekt berichten, in dem ich arbeite.

 

Bis dahin,

Rose